Louise

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monotype, handmade paper, ink, multicolor
h 80 cm


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«Sonett XXIV»

Verurteilt nicht, ihr Frauen, dass ich liebe,
dass ich empfinde tausendfache Glutund Qual und Not, für tausend Tode gut, 
– doch ohne Träne, die den Schmerz vertriebe.


Ach, schont mich, schont mir meinen Ruf!
Hab`ich gefehlt, so büß` ich mein Verbrechenschon jetzt.
Nein, lasst das Sticheln, lasst das Stechen!
Bedenket wohl: Der Gott, der mir das schuf,


er trifft auch euch, wenn er es will, und immer!
Nicht Venus seid ihr, dass ihr Nachsicht fändet
und ein Adonis jeden Vorwurf endet`.


Ihn trefft ihr nicht, den Mann von dieser Kraft,
wie ich ihn traf! Jedoch die Leidenschaft,
sie quält euch, wenn es Amor will, noch schlimmer!


Louise Labé (1524 – 1566)

Übersetzung Eske Bockelmann

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